Dreiecke

Aus der zweiten Sitzung der Vorlesung „Kulturen der Sinne“ vom 26.02.2015

vom 4. März 2015

Das erste Eintauchen in spezifische Thematiken innerhalb der diesjährigen Veranstaltung „Kulturen der Sinne“ stand voll und ganz im Zeichen des Sehens. Die Kunsthistorikerin Dr. Anna Lehninger präsentierte uns im ersten Teil der heutigen Vorlesung unter dem Titel „Neues Zeichnen, neues Sehen“ ausgewählte Kinder- und Jugendzeichnungen aus dem 20. Jahrhundert. Die Präsentatorin lieferte vielfältige Interpretationen der ausgewählten Zeichnungen, welche spannende Einblicke in verschiedene Themenbereiche aus diesem Zeitraum ermöglichten. Diese erstreckten sich von Natur und Familie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über Landesverteidigung während dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu Sport und Werbung in der zweiten Jahrhunderthälfte. Es wurden auch Kinderzeichnungen von berühmten Personen vorgestellt wie beispielsweise das Bild mit dem Titel „Wegelagerer“ vom jungen Friedrich Dürrenmatt.

Im zweiten Teil der Vorlesung sprach Christian Ritter zum Thema „Ästhetik der Authentizität? Erinnerung und Augenzeugenschaft in Handyfilmen“. Im Fokus seiner präsentierten Forschung standen, wie auch bei seiner Vorrednerin, die Praktiken jugendlicher Akteure. Dieser Beitrag aus dem Bereich der Alltagskulturforschung basierte auf einer empirischen Untersuchung von Schweizer Jugendlichen und deren Umgang mit Handyfilmen. Das Filmen – als Prozess der Herstellung und Aufzeichnung einer sozialen, (ausser-)alltäglichen Situation – wurde durch den Fokus auf Praktiken der Verbreitung, Archivierung und Rezeption der Filme untersucht. Verschiedene aktuelle Beispiele wie die Berichterstattung über den Bürgerkrieg in Syrien mittels Handyfilmen wurden präsentiert und interpretiert. Darüber hinaus wurde – unter anderem durch Interviews mit Jugendlichen – aufgezeigt, dass Handyfilme nach wie vor – für Jugendliche und Gesellschaft – gänzlich andere Bedeutungen und Funktionen aufweisen als professionell aufgenommene Filme.

Martin Guidali