Dreiecke

Eine Einstimmung zum Panel F aus dem kdsCamp

vom 29. April 2015

Panel F: Henrike Hampe M.A. (Ulm) und Annelie Kürsten M.A. (Bonn): Wie klingt Heimat? Musik und Sound in einer Ausstellung zur Vertriebenenkultur

Wenn es darum geht, Heimat zu beschreiben, kommt man an die Grenzen seine Gefühle in Wörter zu packen. Heimat ist ein Gefühl und kein Ort. Kann ich ein Gefühl greifbar machen und mit anderen teilen? Die Stimmung, die meine Heimat bei mir auslöst, kenne nur ich. Müsste ich nun beschreiben, wie meine Heimat klingt – ich würde scheitern. Die Kirch- und Kuhglocken würde ich jedoch mit Sicherheit erwähnen, aber damit völlig in die kitschige Idylle abdriften. Aber wie dann?

Heimat ist ein komplexes Konstrukt mit vielen Bedeutungsebenen, welche sich durch die Zeit auch gewandelt haben. Jemand, der vor zwanzig Jahren im gleichen Ort aufgewachsen ist, wird diesen Ort völlig anders wahrgenommen haben und völlig anders in Erinnerung behalten haben. Was wird uns hier erwarten?

Henrike Hampe hat sich mit Migration auseinandergesetzt – vor allem entlang der Donau, den Schwaben und Sachsen folgend -, welche hierher im Mittelalter ausgewandert sind. Wenn man sie regional festsetzen will, hat man nun die Länder Rumänien, Ungarn sowie in einem erweiterten Sinne Südosteuropa und Jugoslawien. Die Kontextualisierung ist mit dieser Benennung auch schon geschehen: Henrike Hampe bewegt sich in der Vergangenheit. Ihre Schwerpunkte sind die Ethnologie (Soziale, politische und kulturelle Ordnungen Lebensformen, Frauen- und Geschlechtergeschichte), die historische Anthropologie und das, was in Zürich unter die Populären Kulturen fällt (Volkskunde, Erinnerung, Gedächtnis, Gedenken, Alltagsgeschichte, Familie, Lebensformen).[1]

Annelie Kürsten bringt die Musik ins Spiel. Sie hat in den Fächern Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Christliche Archäologie in Mainz, Reading (Grossbritannien) und Bonn studiert. Mit dem Thema „Klang- (Objekt) -Raum. Zu Phänomenen und zur Problematik ‘begehbarer‘ Hörräume“ hat sie ihren Magister-Abschluss erlangt. Sie hat am Kunstmuseum Bonn im Rahmen des Forschungsprojekts LISTEN gearbeitet. Seit Mai 2004 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsprojekt „Deutsche Musikkultur im östlichen Europa“, womit die Verbindung zu Henrike Hampe gefunden wäre. Von April 2007 bis November 2009 war Annelie Kürsten zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Musikwissenschaft/Sound Studies in Bonn. Eine Publikation unter dem Titel „Wie klingt Heimat? Musik/Sound und Erinnerung“, in: Heimat-Stil. Zur Ästhetik des Verlusts (Schriftenreihe des Johannes-Künzig-Instituts) befindet sich in der Druckphase.[2]

 

 Uolf Candrian

 

[1] Homepage von Clio online – Fachportal für Geschichtswissenschaften. Eintrag im Forscher/innenverzeichnis Heruntergeladen am 21.04.2015 von www.clio-online.de/forscherinnen=1471

[2]Homepage des interkulturellen Forschungsprojekts: Deutsche Musikkultur im östlichen Europa. Team Heruntergeladen am 21.04.2015 von www.dmk-oeu.de/dmk-oeu-deutsch/team/akuersten.htm