Dreiecke

Eine Einstimmung zum Plenarvortrag von Silke Göttsch-Elten aus dem kdsCamp

vom 11. Mai 2015

Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten (Kiel): Ländlichkeit als sinnliche Erfahrung – Zu einem Wahrnehmungsparadigma der Moderne

Als Referentin zu diesem spannenden Thema wird uns deutsche Volkskundlerin Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten am letzten Kongress-Tag berichten. In ihrem Vortrag wird sie die Entstehung einer Sinneslandschaft „Ländlichkeit“ aus einer historischen Perspektive erörtern und diese mit aktuellen Marketing- und Repräsentationsstrategien in Beziehung setzen. Die sinnliche Erfahrung von Land im Gegensatz zur Stadt ist ein in sehr unterschiedlichen Kontexten diskutiertes Thema. Es geht dabei um persönliche Wahrnehmungen einzelner Individuen, die mit Hilfe des Geruchs, der Geräusche, des Geschmacks oder der Optik die Differenz zwischen städtischem und ländlichem feststellen. Anhand der historisch geformten Vorstellungen über die „Ländlichkeit“ möchte Dr. Silke Göttsch-Elten nach der Modellierung der Sinne als einem kulturell geformten Phänomen fragen. Diskutiert wird dabei nicht nur die sinnliche Auffassung des Landlebens, sondern auch die dazu im Konflikt stehende landwirtschaftliche Nutzung.

Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten hat vielfältige Interessen. Ihr Studium in der Volkskunde, der Mittleren und Neueren Geschichte und Skandinavistik hat sie in den Jahren 1971-1977 an der Christian-Albrechts-Universität Kiel absolviert, wo sie bis heute als Professorin für Europäische Ethnologie/Volkskunde und zugleich als Direktorin des Seminars für Europäische Ethnologie/Volkskunde tätig ist. Zusätzlich ist sie Vorsitzende im Senat und aktive Mitgestalterin der Fachstudienberatung. Ihre vielseitigen Forschungsfelder umfassen die Populäre Kultur des 18./19. Jahrhunderts, Bürgerlichkeitskonzepte, Wissensforschung, Identitätskonstruktionen in Grenzregionen und Populärkultur.

Aktuell beschäftigt sich Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten gemeinsam mit Dr. Cornelia Eisler mit der Konzeption, der kulturellen Deutung und Vorstellungen der so genannten „Grenz- und Auslandsdeutschen“. Diese Bezeichnung entstand nach der Niederlage des Ersten Weltkrieges, als das Deutsche Reich Teile des Landes abtreten musste. Diesem Thema wurde besonders in der Zeit der Weimarer Republik viel Aufmerksamkeit geschenkt. Es entstanden eigenständige Institute und private Vereine, geleitet unter anderem von Volkskundlern und Historikern. Ziel von Göttsch-Eltens und Eislers Forschungsprojekt ist es, anhand der zeitgenössischen Fachliteratur das Wirken dieser Institutionen und ihren Akteuren diskursanalytisch zu untersuchen.

Katharina Sophia Koch & Kristina Kashina

 

Literatur:

URL: https://www.europaeische-ethnologie-volkskunde.uni-kiel.de/de/vita

URL: http://www.academia-net.de/profil/prof-dr-silke-goettsch-elten/1033525